Ratgeber

Trainingstagebuch führen: so geht es auf Papier und per App

Ein Trainingstagebuch hält für jede Einheit fest, welche Übungen du gemacht hast und wie viele Wiederholungen mit welchem Gewicht in jedem Satz. Damit weißt du beim nächsten Training genau, was du schlagen musst, und siehst nach ein paar Wochen schwarz auf weiß, ob du stärker wirst. Ob Notizbuch, Tabelle oder App ist zweitrangig, wichtig ist, dass du jeden Satz einträgst.

Aktualisiert

Warum sich ein Trainingstagebuch lohnt

Krafttraining wirkt, wenn die Belastung über die Zeit steigt. Dafür musst du wissen, was du letzte Woche geschafft hast. Ohne Aufzeichnungen greifen die meisten zum gewohnten Gewicht und machen monatelang dasselbe, obwohl sie längst mehr könnten.

  • Klares Ziel pro Satz: Statt "mal sehen" steht da: letztes Mal 3 × 8 mit 60 kg, heute 3 × 9.
  • Stillstand früh erkennen: Bewegt sich eine Übung drei, vier Einheiten nicht, siehst du es sofort und kannst gegensteuern.
  • Motivation: Nach drei Monaten zurückzublättern und zu sehen, dass aus 40 kg beim Bankdrücken 55 kg geworden sind, trägt durch schwache Tage.
  • Besseres Planen: Du erkennst, welche Übungen dir liegen und welche dein Plan vielleicht nicht braucht.

Was gehört ins Trainingstagebuch?

Halte es schlank. Ein Tagebuch, das fünf Minuten pro Einheit kostet, führst du nicht lange. Diese Angaben reichen fürs Krafttraining völlig:

Die wichtigsten Einträge
EintragPflicht?Wozu
Datum und Einheit (z. B. Oberkörper A)JaZeigt Abstände und Rhythmus
ÜbungJaImmer gleich benennen, sonst findest du sie nicht wieder
Gewicht und Wiederholungen pro SatzJaDie Grundlage für jede Steigerung
Wie schwer es war (RIR oder RPE)EmpfohlenWie viele Wiederholungen noch drin gewesen wären
Kurze NotizOptionalTechnik, Schlaf, Schmerz, anderes Gerät
KörpergewichtOptionalEinmal pro Woche reicht

Trag die Arbeitssätze ein, die Aufwärmsätze darfst du weglassen. Schreib jeden Satz einzeln auf, nicht nur den besten: 60 kg × 8, 8, 7 sagt mehr als "3 Sätze mit 60".

Trainingstagebuch-Vorlage zum Abschreiben

So kann eine Seite im Trainingstagebuch für Krafttraining aussehen. Übertrag die Spalten in ein Notizbuch oder eine Excel-Tabelle. Eine Zeile pro Übung, die Sätze nebeneinander, so siehst du den Vergleich zur Vorwoche auf einen Blick.

Vorlage: Einheit Oberkörper A, Woche 3
ÜbungSatz 1Satz 2Satz 3RIRNotiz
Bankdrücken60 kg × 860 kg × 860 kg × 71Letzter Satz zäh
Langhantelrudern vorgebeugt50 kg × 1050 kg × 1050 kg × 92
Schulterdrücken mit Kurzhanteln16 kg × 1016 kg × 916 kg × 91Bank auf 80°
Latzug45 kg × 1245 kg × 1245 kg × 122Nächstes Mal 50 kg
Trizepsdrücken am Kabel25 kg × 1525 kg × 131Seilgriff

Die Zahlen sind Beispiele. Die Spalte RIR steht für Wiederholungen im Tank: 1 heißt, eine saubere Wiederholung wäre noch gegangen. Die Notiz-Spalte unterschätzen viele: Dort steht die Entscheidung fürs nächste Mal, und du musst vor dem ersten Satz nicht lange überlegen.

Papier, Excel oder App: was passt zu dir?

Trainingstagebuch: drei Wege im Vergleich
NotizbuchExcel oder TabelleApp
KostenEin Heft und ein StiftMeist kostenlosOft kostenlos mit Abo-Extras
Im StudioSchnell, aber Heft und Stift müssen mitAm Handy umständlichAm schnellsten, Vorwoche ist vorausgefüllt
AuswertungBlättern und selbst rechnenDiagramme möglich, wenn du sie baustVerlauf und 1RM automatisch
SteigerungSelbst entscheidenMit Formeln machbarViele Apps schlagen das nächste Gewicht vor
AblenkungKeineMittelHandy in der Hand

Papier ist unschlagbar einfach und ablenkungsfrei. Excel lohnt sich für Leute, die gern selbst auswerten. Eine Trainingstagebuch-App spart dir das Rechnen: Sie zeigt beim nächsten Training die Zahlen von letzter Woche und rechnet dein geschätztes Maximum aus, das du sonst mit dem 1RM-Rechner selbst ermitteln müsstest.

Trainingstagebuch-App: worauf du achten solltest

Bekannte Gym-Tracker wie Strong und Hevy sind reine Logger: Du legst deine Einheiten an und trägst Sätze ein, die App speichert den Verlauf und zeigt Diagramme. Beide haben eine kostenlose Version, Details dazu stehen in den App Stores. Einen breiteren Überblick, auch über Apps, die Workouts für dich planen, findest du unter beste Fitness-App.

  1. Ein Satz, ein Tipp: Steht das Gewicht der Vorwoche schon drin, bestätigst du nur.
  2. Verlauf pro Übung: Alle früheren Einheiten einer Übung untereinander.
  3. Pläne: Du kannst deinen Trainingsplan einmal anlegen, statt jedes Mal neu zu tippen.
  4. Export: Deine Historie lässt sich als Datei sichern.
  5. Kein Zwang zu Extras: Feed, Abzeichen und Challenges sind nett, aber nicht nötig.

So liest du dein Trainingstagebuch

Aufschreiben allein macht dich nicht stärker. Der Nutzen entsteht, wenn du vor jeder Einheit kurz zurückschaust und eine Regel anwendest. Die einfachste ist die doppelte Progression:

  1. Bereich festlegenZum Beispiel 3 Sätze mit 8 bis 12 Wiederholungen.
  2. Wiederholungen sammelnMit gleichem Gewicht jede Einheit eine Wiederholung mehr in mindestens einem Satz.
  3. Gewicht erhöhenSchaffst du 12 in allen Sätzen, kommen beim nächsten Mal 2,5 kg drauf, und du startest wieder bei 8.
  4. Stillstand behandelnGeht es drei Einheiten nicht voran, nimm 10 % weniger Gewicht und arbeite dich wieder hoch, oder tausch die Übung.

Fällt die Leistung trotz gutem Schlaf über mehrere Einheiten, hilft eine leichtere Woche. Und notier ruhig, wenn der Muskelkater nach einem neuen Plan heftig ist: Nach zwei, drei Wochen solltest du in deinem Tagebuch sehen, dass er nachlässt. Einen fertigen Plan, den du direkt eintragen kannst, findest du im Trainingsplan Muskelaufbau.

Gripp

Gripp ist dein Trainingstagebuch mit Plan

Gripp kommt aufs iPhone. Du loggst jeden Satz, und Gripp sagt dir vorher, was dran ist: letztes Mal 8 Wiederholungen mit 60 kg, heute 9. Pro Übung siehst du dein geschätztes 1RM als Kurve. Hast du eine Frage zu deinem Verlauf, kennt der KI-Coach deine letzten 90 Tage und schlägt Änderungen vor, die erst gelten, wenn du sie bestätigst.

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Häufige Fragen

Wie führe ich ein Trainingstagebuch richtig?
Trag nach jedem Arbeitssatz Gewicht und Wiederholungen ein, dazu Datum und Einheit. Schau vor dem nächsten Training kurz nach, was du letztes Mal geschafft hast, und versuch eine Wiederholung oder ein wenig Gewicht mehr.
Gibt es eine kostenlose Trainingstagebuch-App?
Ja, Strong und Hevy etwa haben kostenlose Versionen mit Abo-Extras. Was genau kostenlos ist, ändert sich, prüf es im App Store.
Gibt es eine Trainingstagebuch-Vorlage als PDF oder Excel?
Du brauchst keine spezielle Datei: Übernimm die Spalten der Vorlage oben (Übung, Sätze, RIR, Notiz) in Excel, Numbers oder ein Notizbuch. Eine Zeile pro Übung reicht.
Soll ich Aufwärmsätze eintragen?
Nicht nötig. Für die Steigerung zählen die Arbeitssätze. Notier höchstens, wenn du beim Aufwärmen etwas Ungewöhnliches gemerkt hast.
Was bedeutet RIR im Trainingstagebuch?
RIR steht für Reps in Reserve, also Wiederholungen, die du noch geschafft hättest. Für Muskelaufbau liegen die meisten Arbeitssätze bei 1 bis 3 RIR.
Wie lange sollte ich ein Trainingstagebuch führen?
So lange du trainierst. Die alten Einträge werden mit der Zeit wertvoller, weil sie zeigen, was bei dir funktioniert hat und was nicht.

Jedes Training ein bisschen stärker.

Gripp kommt aufs iPhone. Trag dich ein, dann sagen wir dir Bescheid, sobald die App da ist.

Du stehst auf der Liste.Wir melden uns, wenn die App fertig ist. Nicht vorher.

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